Digitale Radiologie mit Modellcharakter
Am Sana-Klinikum Remscheid wurde mit dem Bezug des Neubaus im Jahr 2005 auch die IT-Infrastruktur komplett erneuert. Wesentlicher Bestandteil dieser Neuausrichtung ist die Digitalisierung der Radiologie.
Die Zeiten filmbasierter Röntgenbilder sind am Sana-Klinikum Remscheid weitgehend passé. Wenn ein Arzt heute auf die Arbeit der Radiologen zugreifen will, geht er an den nächsten Rechner und holt sich das gewünschte Bildmaterial auf den Bildschirm. Möglich macht das die umfassende Digitalisierung der Radiologie, die 2005 verwirklicht wurde. Damals bezog das Krankenhaus seinen Neubau und nutzte die Gelegenheit, gleich auch sein IT-System neu zu konzipieren. „Einer der Kernpunkte dieses Konzeptes war die Digitalisierung der Radiologie, mit dem Ziel, Prozesse schlanker zu machen und damit zu beschleunigen“, sagt Dr. Gerd Meindl, Chefarzt der Remscheider Radiologie.
Um den Vorgaben des neuen IT-Konzeptes zu genügen, wurde zuerst der Hauptakteur des organisatorischen Radiologie-Geschehens, das Radiologie-Informationssystem (RIS) auf den Prüfstand gestellt und nach einem sorgfältigen Auswahlprozess durch des RIS des Karlsruher IT-Anbieters medavis ersetzt.
Zwei Terabyte Datenvolumen
Um die jährlich in Remscheid durchgeführten rund 60.000 radiologischen Untersuchungen zu organisieren und ein Datenvolumen von etwa zwei Terabyte zu verwalten, wurde das neue RIS tief greifend mit dem Krankenhaus-Informationssystem (KIS) sowie dem Bildarchivierungs- und Kommunikationssystem (PACS) verknüpft. Heute holt sich das RIS reibungslos die Stammdaten der Patienten aus dem KIS und leitet sie an die einzelnen Modalitäten weiter. Zurücklaufende Daten werden im RIS gespeichert und archiviert, die abrechnungsrelevanten Daten ans KIS übergeben.
Keine Systeme von der Stange
Beim PACS fiel die Wahl auf den Anbieter VISUS aus Bochum. Es ist allerdings kein PACS „von der Stange“. PACS und auch RIS wurden von den jeweiligen Anbietern in enger Zusammenarbeit mit uns auf unsere ganz speziellen Anforderungen angepasst. Ein Beispiel ist die integrierte 3-D-Bildverarbeitungs-software zur schnellen Befundung von Schnittbildern, die speziell für das PACS entwickelt wurde. Neben der Schnelligkeit – was einen zügigeren Therapiebeginn und kürzere Wartezeiten für die Patienten bedeutet – bietet das PACS auch ein Plus an Sicherheit: „Der Bildverlust geht gegen Null“, sagt Dr. Meindl.
Der Aufwand hat sich aber gelohnt, die heute im Sana-Klinikum Remscheid installierte Lösung hat Modellcharakter: RIS und PACS passen perfekt zueinander und harmonisieren mit dem KIS; das komplette Klinikum ist vernetzt; durch die Web-basierte Bildverteilung können alle Fachabteilungen, Stationen, Ambulanzen und OP-Säle auf die Bilder und Befunde zugreifen; Glasfaserkabel mit einem hoch verfügbaren Backbone-Netz auf Gigabit-Ethernetbasis sorgt für den schnellen Datentransport; die Archivierung der Daten der jährlichen 60.000 Untersuchungen erfolgt zentral im Storage Area Network.



